Alien: Covenant

Der Auftakt der Alien-Prequel-Trilogie „Prometheus“ (2012) war zwar kommerziell relativ erfolgreich, hinterließ aber bei Fans und Kritik dann doch einen faden Nachgeschmack. Mit dem Nachfolger sollte nun alles besser werden. Und in der Tat ist der Film eine solide Hommage an den allerersten Teil des Franchise „Alien“ (1979). Altmeister Ridley Scott zitiert sich selbst und packt noch ein bisschen was obendrauf.

Das Raumschiff Covenant ist mit tausenden tiefschlafenden Kolonisten unterwegs zu einem neuen Planeten. Da trifft das Raumschiff ein Sonnensturm, Sicherungen brennen durch, der Captain kommt ums Leben. Der Rest der geschockten Crew entscheidet sich, nicht auf Kurs zu bleiben, sondern den nächsten bewohnbaren, aber völlig unbekannten, Planeten anzusteuern. Tja.

Der erste Alien-Film war ein Meilenstein der Filmgeschichte und brachte drei Fortsetzungen hervor, die allesamt bis heute sehenswert sind und das trotz oder gerade wegen der limitierenden Weltraummonster-frisst-Crew-Prämisse. Das Monster als die perfekte Inkarnation dunkler, unterbewusster Ängste war das absolut Fremde und brachte in seinen Opfern Heldentum und Abgründe angesichts eines bevorstehenden furchtbaren Todes zum Vorschein. Das hat funktioniert.

„Alien: Covenant“ kann da nicht mithalten. Sicherlich, er ist handwerklich gut gemacht, ein Horrorfilm, wie er sein soll. Hohes Tempo, statt alle 5 Minuten wird im 2-Minuten-Takt gestorben. Gute Action, gute Schauspieler, die ihren Charakter, in der kurzen Zeit, die sie bekommen, gut rüberbringen. Das wars aber schon.

Der Film ist weit davon entfernt die Dichte und psychologische Tiefe des ersten Alien-Films zu erreichen, den er in weiten Teilen visuell, atmosphärisch und auch inhaltlich kopiert. Das Neue in „Alien: Covenant“ bedient sich an überbekannten Science-Fiction-Themen, deren Vorhersehbarkeit nicht zu vermeiden ist. Das hat man halt schon tausendmal besser und überzeugender gesehen.

Ridley Scott ist zwar Fachmann genug, um die pseudo-philosophischen Diskurse auf ein Minimum zu beschränken. Das macht sie aber nicht weniger gähn. Das Alien ist furchteinflößend, ein größenwahnsinniger Android ist es nicht.

Ehrlich gesagt, war mir die Idee eines Prequels zu Alien, wo erklärt werden soll, wo die Viecher herkommen, von Anfang an ziemlich suspekt. Was kommt als Nächtes, eine Prequel-Trilogie zu „Der weiße Hai“? Mit dem Wissen, was die Monster sind, fällt genau das weg, was die ersten Filme mit so gruselig gemacht hat, nämlich dass man es NICHT weiß.

Fazit: Kurzweiliger Abklatsch des Original-Alien. Ich schau’s mir an, denke dabei aber an Ripley.

„Alien: Covenant“, USA 2017, R. Ridley Scott, D. Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup u.a.

Von |2018-11-29T23:19:09+00:0029. Mai 2017|Film|