Predestination

„All you zombies“ von Robert A. Heinlein gehört zu den klassischen Zeitreise-Kurzgeschichten, die das ganze Genre mit geprägt haben. Wer noch nicht die Gelegenheit hatte sie zu lesen, für den gibt es jetzt den Film.

Predestination nimmt sich seiner Vorlage respektvoll an und verändert nichts am Kern der Geschichte. Zwar wird durchaus etwas dazuerfunden, um auf die 90 Minuten zu kommen, aber auf passende Art und Weise.

In einer Bar erzählt ein Mann (Sarah Snook) dem Wirt (Ethan Hawke) die unglaubliche Geschichte seines Lebens. Er, der Erzähler, sei als Frau auf die Welt gekommen und nun auf der Suche nach der Liebe seines Lebens – um ihn umzubringen.

Heinleins Geschichte ist mehr oder weniger ein Gedankenexperiment, bei dem die Zeitreise-Paradoxa, die durch das Hin- und Herreisen entstehen, auf die Spitze getrieben werden. Das australische Brüderpaar Michael und Peter Spierig (Daybreakers), die sich auch bei diesem Film wieder Regie und Autorenschaft teilten, machte daraus ein düsteres Drama, flechtete noch terroristische Anschläge mit ein und ließ über allem die zwangläufige Frage nach der Unabänderlichkeit des eigenen Schicksals schweben.

Sehr hoch anzurechnen ist dem Film, dass er sich viel Mühe gibt der eigenen Logik (und der Logik des Originals) treu zu bleiben und sie nicht für stereotypische Wendungen oder Effekthascherei aufgibt. Mit einer Ausnahme allerdings, ganz am Ende erzählt Ethan Hawke etwas von Dingen, die passiert wären, wenn er nicht eingegriffen hätte. Er kann das aber unmöglich wissen, da es ja keine alternativen Zeitlinien gibt, das ist ja der Witz der Prämisse des Films. Davon abgesehen passt das aber so weit. Setzen. 2+.

Fazit: Gute Verfilmung eines Klassikers

„Predestination“, USA/Australien 2014, R. The Spierig Brothers, D. Sarah Snook, Ethan Hawke, Noah Taylor u.a. Tiberius Film.

Von |2018-12-01T18:01:03+00:008. Dezember 2014|Film|